Divide et impera (teile und herrsche)

(Führungskonzept) Divide et impera und anschaulicher hier Königsmechanismus

Neue Taktik nach drei Fehlschlägen der Behörden heute im Briefkasten: Die Aufforderung an alle Eltern einzeln unbekannten Vorschlägen zuzustimmen.

Welche Sachverhalte, bitte schön? Später im Text folgt dann auch die Auflösung: “…Leistungsbescheinigungen…prüfen zu können.”

Auf die Idee, den erzielten Notenspiegel zu normieren und daran die Einzelnoten umzurechnen, kommt offensichtlich dort keiner. Dabei sprach man im 2.Treffen durchaus auch von ‘Lehrern’, die den Unterricht führen. Den in der ‘Schule’ vorliegenden sächsischen Lehrplan hatte ich mir persönlich mal angesehen. Die Lehrer halten sich daran.
Was folgt daraus?

Wird mein Informatik- und Englischunterricht meines Kindes in den Herbstferien auch angerechnet?

Hm, dann die Zeitvorgaben: Eine halbe Stunde Gespräch x 21 Eltern. Das nenne ich eher abfertigen! Argumente werden da ganz sicher nicht ausgetauscht.
Unser Gespräch fand zur Mittagszeit statt: Es wurden keine Argumente ausgetauscht, genauso wenig waren die Beurteilungen der Kinder von Interesse. Es ging allein um den durch größere Nähe zu den Eltern entstehenden Druck, diese endlich zur Aufgabe zu bewegen. Es war eher ein Verhör denn Gespräch! Aus der gespielten freundlichen (aka professionell nach Rhetorik-Lehrbuch) Begrüßung aller inkl. der schnell desinteressierten Kinder durch Handschlag, wurde beim Gehen eine kühle Abfuhr inkl. einer Frau aus der Bildungsagentur, die mich starr durchblickte.
Schön, wenn der Gesprächsprofi meinte, er könne die blöden Eltern aus dem Vergißmichdorf am Ende von Sachsen, mal schnell über den Tisch ziehen. Unserer mittäglicher Eindruck wurde durch die Kommunikation mit den drei anderen Elterngruppen bestätigt.
Letzlich sind wir viermal sinnlos zu irgendwelchen Treffen mit der halsstarrenden Obrigkeit gefahren. Der Titel Teile und Herrsche, trifft vollends zu.

7 Gedanken zu “Divide et impera (teile und herrsche)

  1. Es ist kein Wunder, dass die Eltern der Seifhennersdofer Schüler abgefertigt werden. Die jahrelange rechtsextreme Situation im Dorf bescheinigt der Stadt und damit auch den Bürgern kein gutes Image.
    Selbst jetzt läßt sich Seifhennersdorf von der NPD als Fahrtwind in die neue Wahlperiode missbrauchen (vgl. Landtagssitzung!)
    Nachdem Seifhennersdorf zahlreiche, angetrieben von K. Berndt, negative Schlagzeilen gemacht hat verwundert das niemanden mehr (vgl. Sächsische Zeitung, ARTE).
    Wer möchte tatsächlich eine Nazi Stadt unterstützen. Das hätten sich die feinen Herren und Damen eher überlegen sollen, bevor sie Interviews über eine Kameradschaft zum besten gaben, die es doch so schon lange nicht mehr gibt, jetzt haben unsere Kinder den Salat, verstehen werden sie es nicht. Wegen Geld ein braunes Gespenst aus dem Hut zu zaubern und dann zu erwarten, dass kulturelle Institutionen weiterhin gefördert werden ist naiv. Ich dachte selbst nicht, dass dies so Instrumentalisiert wird, doch ein Gespräch mit einem Auswärtigen hat mir da die Augen geöffnet. Im O-Ton etwa: die Nazis in eurem Dorf sind wirklich ein Plage. Nun, aufgrund der vielen Nagativberichte, hat die Stadt auf lange Sicht dieses negative Image zu tragen. Die Seifhennersdorfer sollten sich bemühen das Image das Wichtigtuer und Co. erzeugt haben wieder gerade zu rücken und zu zeigen, das Seifhennersdorf bunt ist. Von dem einstigen Wahlslogan der UBS ist davon schon lange nichts mehr zu spüren.
    Allen Eltern und Schülern des Beste und viel Erfolg im Kampf um die Mittelschule.

    • Und nun rate mal, welche Teile der Bevölkerung die jetzige Situation im Landtag unterstützen? Die, die auf alle anderen mit den Fingern zeigen. Leute, die sich vor Veränderungen oder gar Selbstverantwortung für lokale Dinge fürchten. Also die, die lieber mitlaufen.

      Die NPD ist eine momentan zugelassene Partei. Das heißt, sie gilt als verfassungskonform. Ich möchte hier keine Diskussion über Radikale!

      Wer den Schulnetzplan anzweifelt oder gar seine Umsetzung unterbindet, gilt als Aufwiegler.

  2. Verfassungskonform? Lassen sie sich doch von den Braunen nicht vor den Karren spannen. Die NPD ist eben nicht verfassungskonform, sie ist rechtsextrem, d.h. sie will die FDGO abschaffen! (vgl. Verfassungsschutzbericht!)
    Seifhennersdorf scheint da echt Nachholbedarf zu haben! Wer sich selbst als Rebell betitelt sollte sich klar abgrenzen und nicht Schulter an Schulter mit den Nazis stehen!
    Ich fordere sie daher auf, sich klipp und klar von der Unterstützung der NPD loszusagen. Das ist ein gut gemeinter Ratschlag, man sieht ja, was sonst passiert.

    • Würdest du genau hinschauen, würdest du schnell merken das ich nicht in Seifhennersdorf groß geworden bin. Ich war 30 Jahre im Westen, meine Eltern saßen davor im DDR-Knast. Das bedingt eine ganz eigene Sicht auf die Dinge im beschaulichen Seifhennersdorf.

      Die NPD ist eine andere Baustelle und hat mit den Schulrebellen was zu tun? Genau, nichts. Bespreche deine Anliegen auf anderen Plattformen. Sie ist genehmigt, hat im Landtag für die Schule gestimmt (Klar, die Kleinen ergreifen jeden Strohhalm. Sowas hat die CDU nicht nötig), hat offensichtlich Anhänger vor Ort und auch Leute, die die Arbeit in der Partei machen. Wenn man sie nicht mehr braucht, werden sie als Phänomen verschwinden.

      Ich stehe für ein selbstbestimmtes und möglichst selbstorganisiertes Leben vor Ort. Ohne zentrale Machtmechanismen.

      Ich unterstütze die NPD nicht. Wenn du die ‘Seifhennersdorfer’ meinst, dann mußt du die auch direkt adressieren.

      Die dauernde Nennung von radikalen Strömungen ist der Plattform Schulrebellen nur kontraproduktiv! Also laß(t) es. Ich möchte diesbezüglich keinerlei weitere Rumdiskutierei und werde notfalls solche Sachen komplett löschen.

    • Die Bürgermeisterin Frau Berndt hat sich dazu bereit erklärt, zu dem Beitrag von Wolfgang zur Lage in Seifhennersdorf Stellung zu nehmen. Sobald diese vorliegt, werde ich sie posten.

  3. Na, meine Lieben,
    da habt Ihr euch ja tüchtig auf die Parteipolitik eingeschossen und verzettelt euch in diesem Gestrüpp. Wart Ihr im Landtag dabei? Ich war da.
    Also:
    Die Linken haben einen Antrag für die Erhaltung der MS gestellt. Dann kam, wie es demokratisch üblich ist, die Debatte. Zuerst sprach Herr Bienst, der neue bildungspolitische Sprecher der CDU – kein Entgegenkommen, nichts Neues. Es folgten alle anderen.
    Ein Höhepunkt war der Beitrag von Frau Dr. Eva Maria Stange (SPD), früher einmal selbst Ministerin für Wissenschaft , Kunst und Kultur. Sie warf Frau Kurth inhaltlich folgendes vor: “In Ihrer Antrittsrede haben Sie gesagt, Sie seien keine Politikerin, sondern eine Fachfrau. Wie Sie mit der MS Seifhennersdorf verfahren, vermute ich, dass Sie weder Politikerin noch Fachfrau sind. (lebhafter Beifall von der Opposition)” Wir Zuschauer waren ganz mucksmäuschen still, sonst hätte man uns des Saales verweisen können.
    Als letzter Redner sprach ein NPD-Vertreter. Er plädierte für den Erhalt der Mittelschule. Da der Beitrag keine politische Wertung enthielt und sehr sachlich und unpolemisch gehalten war, hörte man aus dem Publikum eine leise Stimme eines mir Unbekannten raunen: Das weiß man ja was man das nächste Mal wählen kann. (Genau das ist eben das Verdienst der Regierungs- K o a l i t i o n, die erstens nicht merkt, wenn`s wo brennt und zweitens dann auch noch stur mit Brandbeschleuniger löscht.)
    Dann kam die namentliche Abstimmung, 51 für die MS, aber 67 dagegen. Wir hatten also verloren und lagen bildlich gesprochen am Boden. Nun wollte der Landtagspräsident den nächsten Punkt der Tagesordnung verlesen, kam aber nicht dazu, denn der Landtagsabgeordnete Herr Dr. Meier (CDU) aus Oderwitz meldete sich zu Wort und wollte nun n a c h allem begründen, warum er mit “nein” gestimmt hatte, was er auch durfte!!! Nochmals: Nach dem faktischen Abschluss der Angelegenheit! Es kam mir so vor, als ob ein Junge auf dem Schulhof nach einer Schlägerei dem am Boden liegenden Unterlegenen noch mal so richtig an den Kopf tritt. Ich habe lange überlegt, warum er sich so erniedrigt hat. Ich fand nur eine Begründung, nämlich dass er sich bei seinen Vorgesetzten bemerkbar machen will, um bei der nächsten Wahl wieder aufgestellt zu werden. Die Abgeordnetendiäten von ca. 5000€ sind eben etwas mehr als HartzIV oder als 30 Silberlinge aus der Kreuzigungsgeschichte. Das schon damals hat sich eigentlich nicht gelohnt und trotzdem geschah es.
    Soviel meine Eindrücke und dazu noch eine Bemerkung: Bis jetzt war ich stets CDU-Wähler bei Landtagswahlen. Aber die CDU hat es geschafft, dass ich darüber nachdenken werde.
    Und als letztes: Man hätte die Sache von oben mindestens 2-mal entschärfen können. Zum ersten wären beide Seiten ohne “blaue Flecke ” davon gekommen, hätte man das Moratorium über Schulschließungen angewendet. Zweitens hat der Bundestagsabgeordnete vor den Eltern über eine Schulnebenstelle nachgedacht. Seitdem hat er sich nicht mehr zur Sache geäußert, oder dürfen? Und nun hat man den Salat – völlig verhärtete Fronten. Na ja, ich bin eben nur noch ein schoololdie und somit nur noch ein Beobachter. Aber die Eltern irgendwelchen Parteien zuzuordnen, das ging mir doch über die Hutschnur!!!

  4. Hallo school oldie

    Niemand will die Schulrebellen und die Eltern der Schüler in einen politischen Topf werfen. Das ist ja auch Quatsch. Es ging mir darum, wie Henry richtig schrieb, dass die Unterstützung Extremer ausgeschlossen wird, da sie kontraproduktiv ist. Auf den Bericht der Bürgermeisterin bin ich sehr gespannt! Trotzdem finde ich es nicht gut, wenn die Grenzen verschwinden, da gibt es zu viele Grauzonen. Viel Erfolg weiterhin…

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